Erinnerungen an die Kulturfahrt der DJK II nach Regensburg

24. - 26. August 2007

Leider konnten Madeleine und Manfred nicht mit fahren, was sehr schade war. Zumal uns damit auch der einzige und wahre Reiseleiter abging. Die Gruppe wählte daher einen Ersatzreiseleiter (bei allerdings 1 Gegenstimme!), der aber wegen der schon erbrachten Vorarbeiten leichtes Spiel hatte.

Hier stärkt sich die Gruppe gerade im Hotel mit Sekt und - aus besonderen Gründen! - mit Orangensaft für die Erstbegegnung mit der Stadt am Abend.

 

Lange konnten wir uns am ersten Abend nicht in der Stadt herumtreiben, weil wir schon bald in der Gaststätte "Zum Augustiner" unser Verzehrgeld aufzubrauchen hatten, was uns auch mühelos gelang.

Anschließend ging es schon mal zur Steinernen Brücke, um das Feuerwerk der Regensburger Dult anzuschauen.

 

In Wirklichkeit war der Blick viel schöner als auf dem Bild. Anschließend spazierten wir wieder zurück ins Hotel.

Gleich nach dem Frühstück traf am Hotel unsere Stadtführerin ein, die uns zur frühen Geschichte an den Resten der alten römischen Mauer aufklärte. Das römische Lager wurde auf Veranlassung von Kaiser Marcus Aurelius (161-180) errichtet. Nur die hinteren Mauerreste gehören zu diesen ursprünglichen Teilen. Das Lager wurde wegen dem Fluss Regen Castra Regina genannt.

Der Stadtspaziergang führte uns weiter zu den Gebäuden und dem Gebetshaus der jüd. Gemeinde.

Die Stadtführerin war durch Hans bereits im Hotel auf eine falsche Fährte gelockt wurde, so dass sie vom ursprünglichen Plan gerne immer wieder abwich und Besonderheiten zur jüdischen Vergangenheit von Regensburg erzählte, die jedoch sehr interessant waren.

 

Am 10.11.1938 (Reichspogromnacht) wurde auch die Regensburger Synagoge geschändet und angezündet. Am 2.4.1942 wurden 106 jüd. Bürger zusammengetrieben und in die KZ gebracht. Noch in den letzten Kriegstagen kam es zu Deportationen von Regensburg aus.

Ein Stück weiter die Straße hinab kamen wir an einem Altersheim für Priester der Diözese Regensburg vorbei, das am Hauseingang an die Bamberger Diözesanheiligen Heinrich und Kunigunde erinnert.

 

 

 

 

 

Dann vorbei am historischen Regensburger Weissbräuhaus in der Schwarzen-Bären-Straße, das wir später noch besuchen werden.
Bereits 1620 braute hier der Regensburger Magistrat „weißes Bier“.

 

Schließlich gelangen wir an den Neupfarrplatz, dem Ort, an dem es in Regensburg das jüdische Ghetto gab. Dani Karavan hat hier eine Großplastik als Ort der Begegnung gefertigt, die den alten Standort der Synagoge wiedergibt. Der Künstler dazu: "Ich wollte kein Denkmal schaffen, sondern einen Ort der Begegnung". Und: "Auf den Betonelementen können die Menschen sitzen und Kinder sollen auf dem Relief spielen." 
1519 gab es dort durch die Bürger Regensburgs ein Pogrom, das ein blühendes jüd. Leben dort völlig zerstörte.


 

Die beim Abriss erlebten "Wunder" ließen eine Marienwallfahrtskirche aus Holz entstehen, die später durch eine größere ersetzt wurde und die nach der Reformationseinführung 1524 die erste und älteste evangelische Pfarrkirche (die neue Pfarre) wurde.

Und das ist sie, die "neue Pfarre":

 

Die Grabsteine des jüd. Friedhofs wurden als Mauersteine weiter verwendet, wie alte Häuser noch belegen:


 

Mittelalterlich eng sind die Gassen der Altstadt bis heute geblieben:

Und auch die Geschlechtertürme zeugen von der Macht und dem Vermögen Regensburger Patrizier. Hier z.B. der Goldene Turm aus dem 12. Jh.

 
Und so sieht der Turm im Stadtbild aus:

Um die Ecke geht man wenig schmeichelhaft mit dem Papstbesuch von 2006 um:

 

Ein Ausschnitt daraus:

Das berühmteste Gebäude am Haidplatz ist das "Goldene Kreuz", eine frühgotische Patrizierburg, in der man noch heute wie einst schon Karl V. übernachten kann (jetzt Hotel).

 

Zwei Häuser weiter das Thon-Dittmer-Palais mit Empirefassade zu 15 Fensterachsen:

Und innen versteckt: ein herrlicher Arkadenhof, der für kulturelle Veranstaltungen genützt wird:

 

Jetzt aber kommen wir zum Rathaus. Im Westen das frühgotische Rathaus mit seinem Tor aus dem 13. Jh. und dem Turm:

Und in diesem Gebäude mit dem Reichssaaltrakt (Immerwährender Reichstag seit 1663) und dem hübschen Erker gab es die berühmte "lange Bank", auf die man so vieles schieben konnte, und auch den "grünen Tisch", auf dem entschieden wurde:

 

Und dass die Stadt besonders große Ellen und Klafter etc. hatte, zeigten seine am Rathaus angebrachten Regensburger Maße:

Im Barock wurde gar ein Neues Rathaus gebaut:

 

Gegenüber dem Rathaus spielt eine Renaissance-Musikgruppe vor dem ältesten Kaffeehaus Deutschlands, dem Prinzess Caféhaus, das 1686 eröffnet wurde.

Beim Watmarkt kommen wir erneut an einem Geschlechterturm vorbei, dem fast 28m hohen Baumburger Turm, der 1270 errichtet wurde.

 

Und dann sind wir endlich an der Steinernen Brücke, die 1135-1146 erbaut wurde und mit 16 Bögen die Donau überspannt.

Im Scheitel, hier kaum sichtbar, steht das "Brückenmännchen", Symbol der Freiheit und Emanzipation von dem Herrschaftsbereich des Bischofs (1446).

Noch ein ganzes Stück älter sind die Überbleibsel des römischen Lagers Castra Regina, nämlich die Porta Praetoria, das ehemalige Nordtor mit einem erhaltenen Torbogen. Im Turm kann man oben sogar heute wieder übernachten.

Das Tor wurde ca. 179 n. Chr. unter Kaiser Marcus Aurelius im Zuge der Errichtung dieses Kastells gebaut. Im Lager war die III. Italische Legion mit einer Stärke von ca. 6000 Mann zuhause.

 

Im Innenhof des ehemaligen Bischofshofes, den man durch die Porta Praetoria erreicht, endete unsere Stadtführung.

Zur Mittagspause vor der Domführung gingen wir ins bereits genannte Weißbierhaus, der ältesten Braustätte dieser Art in Regensburg. Und natürlich lassen wir uns das Bier dort schmecken.

Wie üblich hatten wir die Gelegenheit genützt und in der Mittagspause ein paar schöne Bauten und Dinge angeschaut, z.B. die Dalberg-Residenz. Der Regensburger Bischof Dalberg residierte dort von 1802 bis 1810. 1809 war hier das Hauptquartier Napoleons.

 

Und auch der Alten Kapelle (=Stiftskirche Unserer Lieben Frau, bereits 875 urkundlich erwähnt, aber sicher schon älter) statteten wir einen kurzen Besuch ab (es war gerade eine Hochzeitsfeier, daher konnten wir nicht weiter herumgehen!)

Und eine mit diesem wunderschönen Gitter verschlossene Seitenkapelle gab es dort auch:

 

Wunderbare Deckengemälde:

Auch das Hutgeschäft mit dem Papsthut ("Oh, ist der schön!") streiften wir:

 

Nicht einmal die Dompfarrkirche St. Ulrich, in der sich heute das Diözesanmuseum befindet, ließen wir aus:

Das obligatorische Selbstauslöserbild mit der Gruppe durfte natürlich nicht fehlen.

 

 

Nur schade, dass sich auf dem Domplatz und an den Domstufen so viele Sandler aufhalten; aber wo sollen sie sonst hin?

Der Dom St. Peter wurde im 13. Jahhundert begonnen. Seine Spitztürme bekam er erst 1859-1869, was König Ludwig I. von Bayern veranlasste.

 

Im Inneren wunderbare Glasfenster, nicht nur beim Hauptaltar:

Ein erneuter Hinweis auf die Zuordnung zum Erzbistum ist der Baldachinaltar mit Kaiser Heinrich und Kunigunde von Bamberg:

 

 

Eines der bekanntesten Standbilder des Domes ist der Verkündigungsengel (lachender Engel) von 1280:

Der jetzt im Dom befindliche Ziehbrunnen mit seinen 17 m Tiefe befand sich beim Vorgängerdom noch außerhalb der Kirche:

 

Dann warfen wir noch einen Blick in den Kreuzgang mit den Grabplatten. Nach der Legende sollen die Verstorbenen dann endgültig in den Himmel kommen, wenn die Platten durch die Besucherschuhe ganz eben abgeschliffen sind. Das kann noch dauern.

Nach dieser Domführung war es ein Muss: der Besuch bei der über 400 Jahren alten Brauerei Kneitinger:

 

Vorbei dann am Theater am Bismarckplatz (eröffnet 1804)...

... und am Haus der französischen Gesandtschaft mit seinen sechs korinthischen Säulen:

 

Leider konnten wir aus Zeitnot das Schloss Thurn und Taxis nicht besichtigen, aber einen Blick in die Brauerei (-gaststätte) taten wir schon. ...

... und auch der Schlosskirche St. Emmeram konnten wir nicht widerstehen, ...

 

... bevor wir uns wieder im Augustiner niederließen.

Weil die Nacht noch jung war, bestiegen wir (d.h. die noch nicht Erschöpften) noch den Turm der ev. Dreieinigkeitskirche, um von oben auf die nächtliche Stadt zu schauen. Wunderbar. Hier ein paar Beispiele:

 

Auch die Höhenangst war wie weggeblasen!

 

Die Armen, die nicht mit oben waren:

 

Am nächsten Tag trafen wir uns das letzte Mal, um über den Dächern von Regensburg zu frühstücken:

Noch ein letztes Bild vor dem Hotel, und dann ging es wieder nach Hause:

 

Natürlich nicht auf direktem Weg, sondern zuerst über die Walhalla,

(hier der Blick auf die Walhalla von der anderen Seite:)
 

dann weiter zum Donaudurchbruch bei der Befreiungshalle, natürlich auf dem Schiff),

und, nach einem kurzen Abstecher im völlig überfüllten Kloster Weltenburg (diesmal für uns ohne Bier, aber mit Besuch der Klosterkirche ...

 

... hinauf zur Befreiungshalle ...

... mit dem betörenden Blick auf die umgebende Landschaft.

 

Dass wir nach all den Strapazen noch einmal einkehren mussten, war klar.

Wir folgten der Empfehlung von Hans, und er hatte vorzüglich gewählt: Winkler-Bräustuben in 92355 Lengenfeld.

Ja, dann bis auf ein anderes Mal!

P.H.